Wo Super Mario auf den Erzbischof trifft und Barbie über die Ehe diskutiert – der CCA Affolterbach entführt bei zwei ausverkauften Prunksitzungen nach „Bella Italia“.
Wald-Michelbach/Affolterbach. Da die Zeit bis zum nächsten Sommerurlaub noch unglaublich lang zu sein scheint, gab es nun ein bisschen Vorfreude für Fastnachtsbegeisterte in der Peter-Heckmann-Halle. Der „Carneval Club Affolterbach“ (CCA) hatte an zwei ausverkauften Abenden zur „Bella Italia Tour“ mit einem Programm mit Tänzen, Büttenreden und jeder Menge italienischem Flair eingeladen.
Das Motto hatten sich die Gäste zu Herzen genommen: So sah man Pizzabäcker, Mafia-Mitglieder oder die Helden aus „Super Mario“. Die Bühne der Halle wurde für das Fastnachtswochenende in eine italienische Gasse verwandelt. Alexander Wetter und Jörg Rettig führten dabei als Moderatoren durch den Abend, der mit romantisch-italienischer Musik begann.
Urlaub leicht gemacht
Um die Urlaubserinnerungen, die für viele Gäste untrennbar mit Italien verknüpft sind, ging es in einer Sketchparade. Darin fand sich ein Paar aus Jugendzeiten in einem Restaurant in Italien wieder und zeigte, dass Liebe auch nach vielen Jahren und an einem ganz anderen Ort wieder aufflammen kann.
Zu einem gelungenen Italienurlaub gehören aber auch zahlreiche Besuche in lokalen Eisdielen, die von den „Tanzmäusen“ gestaltet wurden. Die Kinder hatten sich für ihren Auftritt als kleine Eisverkäufer oder – mit Waffeln auf den Köpfen – selbst als Eisportionen verkleidet. Unter der Leitung von Anna Knapp und Anna Unger tanzten sie zu Liedern wie „Ice Ice Baby“.
Darüber hinaus verbringen Touristen ihre Zeit auch gerne in einer Einkaufspassage. In welcher sich die Büttenredner Marco Rösch und Martin Mottl als Power-Frauen auf einen Shopping-Trip begaben, dabei fast von einem Motorradfahrer erfasst wurden und sich vor allem über ihre Männer und deren Missetaten unterhielten.

Bild: Fritz Kopetzky
Mit dem Ring gehts bergab
Ähnlich ging es auch bei Yvonne Jänichen und Marcel Unger zu, die als Barbie und Ken einen romantischen Abend im Kino verbringen wollten. Das Paar schien seine besten Tage allerdings bereits hinter sich zu haben. So scherzte Ken darüber, dass er nicht verstehe, wie eine Romanze ein Happy End haben könne, wenn doch am Ende meistens eine Ehe stünde. Das habe Ähnlichkeiten mit Gollum aus „Der Herr der Ringe“: Seit man einen Ring trägt, geht es steil bergab.
Mit dem „Hausmeister des CCA“ und Erzbischof André Knapp ging es schließlich zum Vatikan. Er stellte große Glaubensfragen: Darf Moses bei eBay mehr als zehn Gebote abgeben? Warum dürfen Priester von allen Vater genannt werden, außer von den eigenen Kindern?
Finley, Franco und Marco Rösch zeigten dagegen, wie ein Italiener auf Heimaturlaub, der von seinen Söhnen einige scherzhafte Kommentare abbekam. So verglichen sie ihre Mutter mit dem Christkind, der Unterschied zwischen ihnen sei, dass das Kind im Gegensatz zu ihrer Mutter nur eine Nacht neben einem Esel schlafen musste.

Reichlich PS auf der Bühne
Neben eigenen Urlaubserinnerungen gaben sich auch einige Figuren aus der Popkultur die Ehre: zum Beispiel Mario, Luigi oder Prinzessin Peach, die in einem Videospielableger der Reihe in Autorennen gegeneinander antreten. Die „MoveMakers“ unter der Leitung von Lena Guthier, Sina Knapp, Jelena Lukic und Lena Hufler hatten dementsprechend ihre eigenen Rennautos auf die Bühne mitgebracht und tanzten zu „Worth It“ von Fifth Harmony oder „Power“ von Little Mix.
Doch auch im realen Leben spielen Autorennen eine wichtige Rolle in Italien: So zeigte die „Showgarde“ einen durch die Formel 1 inspirierten Tanz, in dem das „Red Bull Team“ gegen die Fahrer von Ferrari antrat. Die Leitung dieser Gruppe hatten Mona Jäger und Neele Wurtz übernommen.
Mythos bis Oper
Einen mystischen Auftritt dagegen legten die „Chaos Queens“ inspiriert von der Liebesgöttin Venus hin. Unter der Schirmherrschaft von Lena Guthier, Jelena Lukic und Sina Knapp tanzte die Gruppe auf der dunklen Bühne mit leuchtenden Flügeln und langen roten Kleidern.
Die beiden Tanzgruppen „Black Devilz“ und „Black Angelz“ traten unter dem Thema „Das Phantom der Oper“ auf und präsentierten sowohl einen Gruppentanz als auch einige Paartänze. Geleitet wurden beide Gruppen von Amelie Schwöbel, Yvonne Schwöbel und Susanne Stern. Klassischerweise durfte auch ein Auftritt der Gardetänzerinnen nicht fehlen, die ihre akrobatischen Fähigkeiten zeigten, dabei tanzten sie beispielsweise zu „Mr. Brightside“.
Ein absoluter Höhepunkt des Abends war aber der Auftritt der beiden Männerballettgruppen. Als Pizzabäcker und Mafiabosse lieferten sich die Gruppen aus jüngeren und älteren Tänzern ein Dance-Battle. Dabei erklang unter anderem das vom Eurovision Song Contest bekannte Lied „Espresso Macchiato“. Die Leitung beider Gruppen hatte Martin Mottl übernommen.
Den Übergang zur After-Party gestalteten die „Hampelmen“ auf der Bühne. Sie hatten mit Susanne Hofmann-Rettig und André Knapp Lieder wie „Sweet Caroline“ oder „Bella Italia“ in petto. Auch nachdem der Vorhang geschlossen wurde, feierte das Publikum mit dem CCA weiter. Für die Affolterbacher gibt es nun eine Pause, bis die Kerwe im Überwald um Christi Himmelfahrt wieder ansteht.
Quelle: Odenwälder Zeitung 16.02.2026 / Loana Kemmer / Bilder: Fritz Kopetzky









