Der 28-jährige Torwart Paul Lawall spielte unter anderem beim SV Unter-Flockenbach und VfR Mannheim lange in der Oberliga – beim SV Affolterbach ist seine Rolle eine andere. Der A-Ligist hat nach Fabio Sattler noch zwei Neuzugänge aus Weinheim.
Affolterbach. Der SV Affolterbach bekommt einen ehemaligen Oberliga-Keeper – allerdings nicht für das Tor, sondern für das Feld. Die Personalie von Paul Lawall ist für den Fußball-A-Ligisten durchaus ungewöhnlich, wie auch Trainer Sebastian Theobald einräumt: „Ja, ich bin schon mehrmals darauf angesprochen worden.“
Der 28-jährige Paul Lawall stand zuletzt bis zur Winterpause der Saison 2024/25 beim SV Unter-Flockenbach in der Hessenliga zwischen den Pfosten, zuvor spielte er für den VfR Mannheim in der Oberliga.

Aus persönlichen Gründen verließ der Projektmanager nach einem halben Jahr und 13 Spielen den SVU wieder, weil er nach vielen Jahren Leistungssport etwas kürzertreten wollte. Er schloss sich als Feldspieler dem SV Horchheim II in der A-Klasse Alzey-Worms an, wo der Stürmer in der vergangenen Saison in 20 Spielen sieben Tore erzielte. „Er wollte mit seinen Kumpels zusammen kicken“, sagt Theobald.
Inzwischen ist Paul Lawall aber nach seiner Heirat nach Affolterbach gezogen – damit wurde der Weg nach Worms zu weit. Also schloss sich der fast 1,90 Meter große Lawall dem Verein vor Ort an. „Nicht als Torwart“, betont Theobald. Dabei hat Lawall in seiner Karriere mit der U19 des SV Waldhof Mannheim bereits in der Bundesliga gespielt und hütete anschließend beim FC Arminia Ludwigshafen sowie lange beim FCA Walldorf in der Ober- und Regionalliga das Tor.
Auf der Torwartposition hatte der SV Affolterbach allerdings Handlungsbedarf, nachdem Stammtorhüter Toni Cosic nur noch bis Ende des Jahres zur Verfügung steht und dann nach Österreich umziehen wird. Damit Leon Krause ab Winter nicht allein ist, wurde mit Luis Alejandro Delgado Brill ein 19-jähriger Torwart von der TSG Weinheim verpflichtet. Auch Stürmer Leonard Gölz kommt von der TSG Weinheim II. Beide Spieler wohnen in Wald-Michelbach bei Siedelsbrunn. Trainer Theobald kennt sie noch aus seiner Zeit als Jugendtrainer.
Fabio Sattler kehrt zurück
Besonders freut sich der SV Affolterbach über die Rückkehr von Fabio Sattler, der bei der SG Wald-Michelbach zweieinhalb Jahre in der Gruppenliga spielte. Der 28-Jährige soll die Offensive des A-Ligisten verstärken. Abgänge sind Theobald bislang nicht bekannt, und so wird der Tabellenfünfte erneut über eine schlagkräftige Mannschaft verfügen, die im oberen Tabellendrittel mitmischen will. Das tat der Aufsteiger bereits in der vergangenen Saison, als Platz zwei und damit der Direktaufstieg nach der Winterpause durchaus in Reichweite lagen. Doch nach dem 2:2 zu Hause gegen den VfR Fehlheim II, vor allem aber nach der 1:2-Niederlage gegen den TSV Hambach sowie dem anschließenden 2:6 in Hofheim geriet dieses Ziel früh außer Sichtweite.

Aufstieg ist kein Muss
„Wir haben es nach der Winterpause vergeigt“, gibt Theobald zu. Allerdings sei es kein Beinbruch, den Durchmarsch in die Kreisoberliga verpasst zu haben. „Der Leistungssprung ist schon krass“, sagt Theobald. Auch diesmal ist der Aufstieg kein Muss. Die Mannschaft könne in der A-Liga noch ein oder zwei Jahre reifen. Anders als in der Kreisliga B, als die Affolterbacher den Aufstieg unbedingt anstrebten und dafür vier Anläufe benötigten, besteht in Richtung Kreisoberliga kein besonderer Zeitdruck. Schließlich sei die A-Liga eine attraktive Klasse mit vielen Derbys. Zudem haben sich der FC Ober-Abtsteinach und der FV Hofheim gut verstärkt.
Hinzu kommen der Vorjahresdritte TG Trösel und die SG Brandau/Gadernheim als Tabellenvierter der Vorsaison, die in der Rückrunde zu den formstärksten Mannschaften zählten. Auch B-Liga-Meister VfB Lampertheim sei nicht zu unterschätzen, so Theobald, der damit gleich mehrere Kandidaten für die Spitzenplätze nennt.
Bei den Bergsträßer Schiedsrichtern hat der SV Affolterbach schon einmal einen Spitzenplatz: Wie der Verein auf Instagram mitteilt, hat Valentin Rettig als Bester im Förderkader der Jung-Schiedsrichter und den Aufstieg in die Gruppenliga geschafft.
Quelle: Odenwälder Zeitung 14.06.2026 / Bernd Graber / Bilder: Katrin Oeldorf, SV Affolterbach









