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Strippende Putzkolonne „reizgeizt“ nicht PDF Drucken E-Mail

Bei der Weiberfastnacht in der Peter-Heckmann-Halle feiern Überwälder Frauen bis weit nach Mitternacht eine ausgelassene Party

Die Überwälder Weiberfastnacht fand am Donnerstag in Affolterbach statt – Kostüme und Stimmung waren wie immer bestens. Bilder: Kopetzky

Affolterbach/Überwald. Bis weit nach Mitternacht wurde in der Peter-Heckmann-Halle ausgelassen gefeiert. Mit ihrer Mischung aus karnevalistischem Programm und Tanzrunden trafen die Veranstalter vom Carneval-Club Affolterbach (CCA) bei der Überwälder Weiberfastnacht am Donnerstagabend genau den Geschmack der närrischen Frauenschar.

Erstes Beispiel: Die drei Grazien, die sich für die „Model-WG“ bewarben (Evelyn Gölz, Alice Rettig und Birgit Zwerenz), bewiesen große Intelligenz. So berichtete die eine, sie hat im Casino 200 Dollar an der Kasse vorgelegt und nur zwanzig Fahrchips für die Reitschule bekommen. An einem grünen Tisch hat sie – wie alle anderen – ihre Chips auf den Tisch geworfen und plötzlich wurden ihr 200 bis 300 Chips hingeschoben. „Die können sie behalten“, hat sie daraufhin nur kurz gesagt, „was soll ich damit anfangen?“ Die Wald-Michelbacherinnen dürfen jetzt aber nicht mehr ins Casino. Der Grund: Beim letzten Besuch hätten sie alle Chips aufgegessen.

Per Flugzeug und Minitraktor

Zu klagen hatte auch der „Wald-Michelbacher Urlauber“ (Doris Beck): „Wir waren gerade eine Woche auf Malaria inklusive Essen, Trinken und Durchfall.“ Am Frankfurter Flughafen hat er auch gleich noch seine Frau verloren, was gar nicht so schlimm gewesen wäre – aber sie hat ihn ausrufen lassen („Wie peinlich“). Er hat einfach so getan, als wenn er es gar nicht wäre. Beim Einchecken hat er sie dann aber wieder getroffen – „leider“.

Bei der Sicherheitskontrolle hat er einen Glatzkopf gefragt, was er beim Friseur bezahlen müsse: „Nicht so viel wie sie bei einem Ferngespräch“, habe der geantwortet. Beim Rückflug sei der „Chauffeur“ sicher besoffen gewesen, der sei nämlich vorwärts geflogen. Dass er bei seiner Büttenrede stotterte, sorgte für Heiterkeit.

Nicht mit dem Flugzeug, mit dem Minitraktor fuhr ein Grasellenbacher Bauer („Nixe“ Corinna Tatzel-Mink) zur Bühne und klagte den Zuhörern ebenfalls sein Leid: „Ihr wisst ja gar nicht, wie es mir geht“. Bei ihm wurde „The Power of Love“ zu „Ich bin de Bauer vom Dorf“ und sein Refrain lautete „Schnauze voll“. Dann fand er aber doch den Schlüssel zum Glück, als er seinen Taxischein machte, besonders „In der Sommerzeit“ habe der sich bezahlt gemacht. Mit diesen und weiteren Liedern sorgte er für Begeisterung.

Dafür reichte bei zwei Wald-Michelbacher Kommunionkindern (Magda Böhm und Gitti Spamer), die mit brennenden Kerzen zur Bühne marschierten, schon der Anblick. „Guck mal, wie voll die Kerch is“, meinte das Mädchen. Über katholische Pfarrer hatten sie einiges zu erzählen. Sie hat mitbekommen, wie einer gesagt hat: „Wir werden wohl nicht mehr erleben, dass wir heiraten dürfen.“ Sein Kollege hat geantwortet: „Nein, aber vielleicht unsere Kinder.“

Von der Taiga zum Golf von Mexiko

Erotisch blieb es beim Auftritt der „Affelbescher Putzkolonne des Hotel Mirage“ (Evelyne Gölz, Emilie Schwöbel, Alice Rettig, Romy Öhlenschläger, Birgit Zwerenz, Carola Steinmann, Anette Gölz und Doris Unger), die zu „Das bisschen Haushalt“ zur Bühne zog und nicht mit ihren Reizen geizte. Beim Song „Big Spender“ räkelten sie sich lasziv auf der Bühne – da wurde ein Staubtuch ganz schnell zum Spielzeug. Und als sie begannen, ganz langsam ihre Gummihandschuhe abzustreifen, kannte die Heiterkeit kaum noch Grenzen. Als sie schließlich ihre Kittelschürzen aufrissen und ihre Dessous zeigten, wollten die Zugabe-Rufe nicht mehr verstummen.

In die Weiten der Taiga nahmen zwei russische Mütterchen (Renate Walter und Ulla Wilhelm) die Zuschauer mit, die auf der Suche nach dem letzten Space-Shuttle waren, das von der Erde startet. „Ach du lieber Himmel, da hockt ja schon alles voll“, meinten sie ganz entsetzt. So manche Weisheit hatten sie mitgebracht: „Lieber ein Leben, in dem kein Mann mehr ist, als ein Leben mit einem Mann, in dem kein Leben mehr ist.“ Und dann kamen sie auf die Idee des Gesundheitstourismus im Weltall. Ihr Slogan: „Krank ins All gefeuert, zurück runderneuert.“ Mit einem Fitnesstraining zum Song „Rasputin“ bewiesen sie, dass sie noch gut dabei sind.

„Ich bin auf der Flucht“, zischte die Zahnfee (Eileen Kumpf), die ganze Märchenbagage sei ihr auf den Fersen. Die hätten ihr die Lizenz zum Zähnesammeln und ihren Dentalchopper abgenommen und einen „trockenen Entzug“ verlangt, „aber net mit mir“. Die Bagage meinte wohl, mit ihrer Figur könnte die Zahnfee sich doch als „Notstöppel“ nützlich machen und das Bohrloch im Golf von Mexiko stopfen. Dabei sei die Welt doch sowieso völlig durchlöchert. Ihre besondere Art des Vortrags sorgte für einen weiteren Höhepunkt der Weiberfastnacht und wurde mit stehenden Ovationen vom Publikum gefeiert. kko

 

„De Bauer vom Dorf“: „Nixe“ Corinna Tatzel-Mink.

Das gab’s auch noch

Eröffnet wurde das Programm vom Affolterbacher Gardeballett mit einem fetzigen Tanz, bei dem amerikanische Fahnen geschwenkt wurden. Einen Gardetanz der etwas anderen Art zeigte das Gardeballett zum AC/DC-Hit „Highway to hell“. Auch bei diesem Tanz beeindruckten die Mädchen mit ihrer präzisen Choreografie: Maren Emig, Susanne Wild, Teresa Klieber, Jana Schwarz, Nadin Seeberger, Anna Unger, Saskia Kunkel und Katrin Müller.

Angelika Vollmer und Nadine Gölz führten durchs Programm und „zauberten“ gleich Bürgermeister Joachim Kunkel auf die Bühne. Nadine Gölz verriet, eigentlich hätte auch Bürgermeister Markus Röth kommen sollen, angesichts so vieler Frauen habe er sich aber wohl nicht getraut.

„Der Bürgermeister hat ja aus Wald-Michelbach eine richtige Einkaufsstadt gemacht“, meinte Moderatorin Gölz. „Ja, wenn man nichts braucht, ist es Super“, antwortete Vollmer. Passend zu dem Thema folgte der Tanz der Wald-Michelbacher Handtaschen, mit wunderschönen Henkeln über den Köpfen der Tänzerinnen. Sie setzten „Mademoiselle Ninette“ choreografisch in Szene: Christine Sauer, Roswitha Kunkel, Simone Knapp, Anette Dickmeis, Moni Jäger, Hannelore Ader, Liane Dörsam und Martina Knobloch. Leitung: Petra Strohner.

Asiatische Tänze und fernöstliche Kampfkunst interpretierten die Gras-Ellenbacher Kneipp-Girls in ihrer Tanzshow, die auch diesmal wieder durch absolut gelungene Kostüme, perfekte Maske und eine aufwendige Choreografie beeindruckten. Stilisierte Kampfszenen waren gekonnt in die Choreografie eingebaut: Danny Sieverding, Marion Koch, Anna Loske, Conny Hintenlang, Anja Freudenberger, Yeliz Brecht, Sabine Linzmaier, Judith Grünert, Chatarina Bauer und Christopher Dörsam.

Mit ihrem Showtanz brachten die Black Angelez viel Farbe auf die Bühne, die Rap-Songs wurden von den Tänzerinnen des CCA in einer ein wenig futuristisch anmutenden Choreografie mit blinkenden Sonnenbrillen in Szene gesetzt: Janina Sattler, Nina Fitzer, Miriam Sauer, Susanne Wild, Nadine Gölz, Anna Unger, Yvonne Schwöbel und Julia Tögel.

„Lasst uns mit den Hussmouge durch das Weltall ziehen“, hieß es schließlich und mit dem Tanz „Avatar“ entführten die Aschbacher Tänzerinnen ihre Zuschauer tatsächlich in den Kino-Welterfolg. Gelungene Kostüme und Masken ließen die Welt Pandora spürbar lebendig werden: die Tanzgruppe VIP mit Jana Reinhard, Alisa Appel, Tatjana Wichmann, Franziska Michel, Johanna Weihrauch, Julia Müller und Lena Knapp.

Beim großen Finale bedankten sich die Moderatorinnen bei allen Akteuren sowie den Helfern vor und hinter den Kulissen. Damit war die Weiberfastnacht aber noch lange nicht beendet, zur Musik von Roland Gröschel wurde noch lange weiter gefeiert.


Quelle: www.wnoz.de